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Mit eigenen Angeboten dabei: unsere Workshops beim Fachkräftekongress

News aus der Stiftung Dr. Georg Haar

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Mit eigenen Angeboten dabei: unsere Workshops beim Fachkräftekongress

Thüringer Fachkräftekongress Hilfen zur Erziehung, Tag 2

Der zweite Kongresstag in Jena gehörte den Workshops. Mehrere Angebote kamen von uns – drei davon stellen wir hier vor: zum Umgang mit Essstörungen, zu Open Source und digitaler Unabhängigkeit sowie zum interaktiven Ressourcenbaum.

Den zweiten Tag des 6. Thüringer Fachkräftekongresses eröffnete ein Videogrußwort von Sozialministerin Katharina Schenk. Danach gehörte der Tag den 28 Workshops. Als Stiftung Dr. Georg Haar waren wir mit mehreren eigenen Angeboten vertreten; drei davon stellen wir hier exemplarisch vor.

Wenn Essen zum Problem wird (WS06)

Sandra Zschiegner aus unserer Beratungsstelle vermittelte Basiswissen zum Thema Essstörungen und beantwortete die Fragen, die sich Fachkräfte im Alltag immer wieder stellen: Wie erkenne ich eine Essstörung? Wie spreche ich das Thema an? Wie unterstütze ich – und wo sind die Grenzen?

Zwei Einordnungen trugen den Workshop: Essstörungen sind Sprachstörungen. Und sie sind eine psychosomatische Suchterkrankung – keine Frage von Willen oder Disziplin.

Daraus folgt eine Reihe sehr konkreter Hinweise für die Praxis: sich fundiert über das Krankheitsbild informieren, um Risikofaktoren und Anzeichen zu erkennen. Bei Verdacht das Gespräch suchen und auf die Gesprächsatmosphäre achten. Bei Kindern und Jugendlichen die Eltern einbeziehen. Zur Behandlung motivieren und über die Funktion der Erkrankung sprechen. Ironische oder abwertende Bemerkungen über Figur und Gewicht unterlassen, soziokulturelle Faktoren kritisch beleuchten.

Weil viele Betroffene ihre Identität eng mit der Erkrankung verknüpfen, ist Ich-Stärkung zentral: Hobbys, Talente, soziale Kontakte, Erlebnisse, Gespräche, Rückmeldungen, Schreibübungen. Besondere Bedarfe liegen im Umgang mit Sport und Ernährung – Freude an Bewegung statt Leistungsdruck, externe Ernährungsberatung, gemeinsam einkaufen, kochen und essen, Vorbild sein.

Ein Satz aus dem Workshop, der hängen bleibt: „Ob man sich in seinem Körper wohlfühlt oder nicht, hängt nicht zwingend mit dem Gewicht zusammen.“

Open Source und die Unabhängigkeit von den Tech-Giganten

Parallel dazu widmeten sich Patrick Beck und Kevin Wolf-Küchler einem Thema, das in der Sozialen Arbeit noch viel zu selten auf der Tagesordnung steht: quelloffene Software und die Frage, wie abhängig sich die Branche von großen Technologiekonzernen machen will.

Die Hilfen zur Erziehung verwalten hochsensible Daten von Kindern, Jugendlichen und Familien. Welche Programme das tun, wem die zugrunde liegende Infrastruktur gehört und wer im Zweifel die Bedingungen und Preise bestimmt, ist damit keine reine IT-Entscheidung, sondern eine fachliche und am Ende auch eine politische. Open Source ist in diesem Zusammenhang kein Selbstzweck, sondern ein Weg zu mehr Unabhängigkeit und Kontrolle über die eigenen Daten.

Potenziale entdecken – ein interaktiver Ressourcenbaum (WS18)

Am Nachmittag arbeiteten Jenny Gohl und Anna Wiegand mit den Teilnehmenden an den Ressourcen ihrer eigenen Einrichtungen. Aus dem, was zusammengetragen wurde, entstand ein Ressourcenbaum; im Speed-Dating-Verfahren wurde er zwischen den Fachkräften abgeglichen. So nimmt jede Einrichtung Impulse mit, die anderswo bereits funktionieren – ein Ansatz, der den Blick konsequent auf Potenziale statt auf Defizite richtet. Ein Beispiel aus der Runde: eine Campingausrüstung, mit der Einzelfallmaßnahmen in den Wald verlegt werden können.

Damit endet ein Kongress, der von Beteiligung und dem Austausch zwischen Trägern lebte. Unser Dank geht an die LAG Hilfen zur Erziehung Thüringen e. V.

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